Insights · Wissen, kein Service
Die Retail-Anwendung der ehemaligen F&O-Suite. Filiale + Online unter einem Stack: Modern POS, Cloud POS, E-Commerce-Plattform mit Headless-Option, Customer Loyalty, Self-Service-Kiosk, Filial- und Online-Inventar in einem konsistenten Datenmodell. Für Retail-Ketten und Multi-Channel-Händler ab dem Mid-Market.
Was ist Dynamics 365 Commerce?
Microsoft Dynamics 365 Commerce ist die Cloud-basierte Retail-Anwendung der ehemaligen F&O-Suite. Die App vereint zwei Welten, die in den meisten Retail-Setups bisher getrennt waren: das stationäre Geschäft (mit Filial-Kassen, Filial-Stammdaten, Filial-Promotionen) und das digitale Geschäft (E-Commerce-Plattform, Online-Bestand, Click-&-Collect). Beide laufen auf demselben Backend und teilen sich Stammdaten, Bestand und Kundenhistorie.
Im Kern besteht Commerce aus vier funktionalen Schichten: dem Retail-Backend (auf F&O-Codebasis, identisch mit Supply Chain Management), dem Channel-Management (Filiale, Online, Call-Center, Marketplace), den Frontend-Komponenten (Modern POS für Filial-Kassen, Cloud POS für mobile Geräte, E-Commerce-Frontend mit Storefront-Modulen) und den Querschnitts-Diensten (Customer Loyalty, Promotions, Customer Insights, AI-getriebene Personalisierung).
Eine Besonderheit ist die Headless-Commerce-Option: Microsoft liefert standardmäßig ein eigenes React-basiertes Storefront mit konfigurierbaren Modulen. Wer ein individuelleres Online-Erlebnis braucht, kann dieses Frontend durch ein Custom-Frontend (Next.js, Nuxt, Hydrogen) ersetzen und die freigegebenen Retail-Server-APIs konsumieren. Diese Architektur macht Commerce besonders attraktiv für Brand-getriebene Retail-Häuser, die ein eigenständiges Online-Erlebnis aufbauen wollen statt eines vorkonfigurierten Standard-Layouts.
Wir liefern Commerce nicht selbst — Retail ist eine eigene Disziplin mit Filial-Roll-Outs, POS-Hardware-Integrationen und in vielen Fällen 24/7-Anforderungen, die ein dediziertes Retail-Team verlangen. Wir kennen die Themen aber gut genug aus erlebten Projekten, um sie einzuordnen — und um zu beurteilen, wann Commerce passt und wann eine schlankere Lösung wie Shopify mit Business-Central-Integration die bessere Wahl wäre.
Funktions-Landschaft
Die zentralen Disziplinen — verdichtet auf das, was in Retail-Implementierungen tatsächlich diskutiert wird.
Native Filial-Kassen-Anwendung mit Offline-Fähigkeit (lokale Datenbank, automatische Synchronisation), Hardware-Integration (Belegdrucker, Bondrucker, Kartenleser, Kassenschublade), Tax-Free-Shopping, Geschenk-Karten, Manager-Override-Workflows.
Microsofts eigenes Storefront mit konfigurierbaren Modulen (Produktseite, Cart, Checkout, Account-Bereich), SEO-konforme URL-Struktur, Server-Side-Rendering, Multi-Site-Unterstützung für mehrere Brand-Webshops auf einem Backend.
Retail-Server-APIs für vollständige Frontend-Entkopplung. Custom-Storefronts auf Next.js, Nuxt, Hydrogen oder eigenen Tech-Stacks. Ideal für Brand-getriebene Retailer, die ihr Online-Erlebnis nicht aus Modulen zusammenklicken wollen.
Filial- und Online-Bestand in einer Sicht. Click-&-Collect, Reserve-in-Store, Ship-from-Store, Endless-Aisle (Online-Verkauf von Filial-Bestand), zentrale Disposition über alle Channels hinweg.
Punkte- und Statussysteme, Tier-Programme (Silber, Gold, Platin), Geburtstags-Promotionen, Member-Pricing, Kunden-Stammdaten konsolidiert über alle Channels. Integration zu Customer Insights für 360-Grad-Sicht.
Channel-spezifische Promotions, zeitlich begrenzte Aktionen, Quantity-Discounts, Mix-&-Match, BOGO-Logik, Coupon-Steuerung. Pricing-Hierarchie mit Filial-, Channel- und Kunden-Konditionen.
Eigenständige Bestell-Terminals in Filiale (z. B. für Quick-Service-Restaurants, größere Modegeschäfte), mit Kreditkarten- oder Kundenkarten-Bezahlung, Anbindung an Filial-Drucker und Lager-Backend.
Schichtplanung, Kassen-Abstimmung am Tagesende, Filial-Inventur, Übergaben zwischen Schichten, Filial-Bestellungen ans Zentrallager, Verlust- und Schwund-Erfassung.
Branchen- und Größen-Profil
Commerce richtet sich an Retail-Unternehmen ab dem Mid-Market, typischerweise mit:
Typische Profile aus dem Markt:
Für kleinere Händler oder reine Pure-Player ohne Filiale ist Commerce funktional überdimensioniert. Wer reinen E-Commerce ohne stationäre Filiale braucht, fährt mit Shopify, BigCommerce oder commercetools in Kombination mit Business Central als ERP-Backend meist wirtschaftlicher.
Vorgängerprodukt & Migrations-Pfad
Commerce hat seine Wurzeln in Microsoft Dynamics AX Retail, das ab AX 2009 als spezialisierte Retail-Erweiterung der AX-Suite entwickelt wurde. AX Retail war damals eines der ersten Retail-ERPs mit nativer POS-Integration und einer Architektur, die zentrale Master-Daten und dezentrale Filial-Operationen sauber trennte.
Mit der Cloud-Migration wurde AX Retail Teil von Dynamics 365 for Operations, später Finance and Operations. 2020 wurde die Retail-Disziplin als eigenständige App Dynamics 365 Commerce herausgelöst — und in den Folgejahren um das E-Commerce-Frontend, die Headless-Option und Customer-Loyalty-Funktionen substanziell erweitert.
Typische Migrations-Pfade:
Lizenzkosten & Implementierungs-Realität
Lizenzkosten (Stand Mai 2026): Microsoft veröffentlicht für Dynamics 365 Commerce keinen Self-Service-EUR-Listenpreis auf der Pricing-Seite — Pricing erfolgt über Microsoft Sales / CSP-Channel. Die typischen Lizenz-Bausteine:
Quelle: microsoft.com/de-de/dynamics-365/products/commerce/pricing — Stand Mai 2026.
Hinzu kommen Hardware-Kosten für Filiale: POS-Terminals, Belegdrucker, Kartenleser, Kassenschubladen, Self-Service-Kioske. Bei einer 50-Filial-Implementierung schnell ein 6-stelliger Posten allein in Hardware.
Implementierungs-Realität:
Wie wir Ihnen helfen können
Wir bewerten unabhängig, ob Commerce die richtige Wahl ist — oder ob ein schlankerer Stack (Shopify + Business Central, commercetools + BC, oder ein Custom-Frontend mit Independent Engineering) wirtschaftlicher passt.
Wenn Commerce die richtige Wahl ist, vermitteln wir an F&O-Retail-Partner aus unserem Netzwerk — Häuser mit POS-Roll-Out-Erfahrung und Filial-Operations-Methodik.
Wenn Commerce bereits implementiert ist: Wir liefern Customer Insights als CDP-Schicht, Customer Service für Retoure- und Reklamations-Prozesse und integrieren auf Customer-Engagement-Seite zur Commerce-Welt.
Häufige Fragen
Shopify ist eine reine E-Commerce-Plattform — schnell aufzusetzen, aber ohne tief integriertes Filial-POS und ohne ERP-Backend. SAP Commerce Cloud ist Konzern-Retail-Plattform mit starker B2B-Ausprägung. Dynamics 365 Commerce ist die Microsoft-Antwort für Omnichannel-Retail mit nativem Filial-POS, integriertem E-Commerce-Frontend (oder Headless), Customer Loyalty und ERP-Backend in einem Stack. Wer wirklich Filiale und Online aus einem Datenmodell betreiben will, hat mit Commerce ein architektonisch sauberes Setup.
Ja. Microsoft stellt Storefront-Module für ein eigenes React-basiertes Frontend bereit, dieses kann aber durch Custom-Frontends auf Next.js, Nuxt oder Hydrogen ersetzt werden. Die Backend-APIs (Retail Server) sind voll dokumentiert und für Headless-Setups freigegeben. Brand-getriebene Retailer wählen häufig diesen Weg, um ihre individuelle Customer Experience zu erhalten.
Microsoft veröffentlicht für Dynamics 365 Commerce keinen Self-Service-EUR-Listenpreis — Pricing erfolgt über Microsoft Sales / CSP. Filial-Mitarbeitende mit POS-Zugriff sind als POS-spezifische Lizenz günstiger als die Vollnutzer-Lizenz. Hinzu kommen Geräte-Kosten (Modern POS, Cloud POS, Self-Service-Kiosk). Quelle: microsoft.com/de-de/dynamics-365/products/commerce/pricing — Stand Mai 2026.
Commerce schreibt alle Customer-Events (POS-Käufe, Online-Käufe, Loyalty-Aktionen) nach Dataverse. Customer Insights aggregiert diese zu einem konsolidierten Kunden-Profil und stellt es für Marketing-Automatisierung in Dynamics 365 Marketing oder externe Channels bereit. Das ist eine der Stärken des Microsoft-Stacks — und ein Bereich, in dem wir Sie unterstützen können.
Standardfunktionalität in Commerce. Filial- und Online-Bestand werden in einer Sicht gehalten, Online-Bestellungen können aus dem nächstgelegenen Lagerort (Filiale oder Zentrallager) versendet oder zur Abholung in der Filiale reserviert werden. Die Routing-Logik ist konfigurierbar und kann mit AI-getriebenen Optimierungen aus Intelligent Order Management kombiniert werden.
Nein. Wir liefern Business Central und die Customer Engagement Apps. Für Dynamics 365 Commerce vermitteln wir an spezialisierte F&O-Retail-Partner. Wenn Commerce bereits läuft, liefern wir die Customer-Engagement-Seite (z. B. Customer Insights für CDP) und die Integration.
Selten. Commerce ist B2C- und Omnichannel-fokussiert. Für reine B2B-Geschäfte mit Kunden-spezifischen Preislisten, Konditionen und EDI-Prozessen ist Supply Chain Management oder Business Central in Verbindung mit einer B2B-Commerce-Lösung (z. B. SAP Commerce Cloud, OroCommerce, eigene Plattform) typischerweise die bessere Wahl.
30 Min Erstgespräch
Erzählen Sie uns von Ihrer Retail-Situation. Wir geben Ihnen eine unabhängige Einschätzung — ob Commerce passt, ob ein schlankerer Stack reicht, oder ob ein F&O-Retail-Partner aus unserem Netzwerk besser zu Ihnen passt.