Was kostet eine Dynamics 365 Programmierung?
Wir starten mit einem Discovery-Spike als Festpreis (1 Woche, ab 6.500 € netto). Daraus entsteht ein klickbarer Prototyp und ein realistischer Aufwandsrahmen. Ein Customization-Sprint über vier Wochen liegt als Festpreis ab 25.000 € netto. Längere Vorhaben fahren wir als Embedded-Developer-Retainer mit transparentem Monats- oder Tagessatz. Der konkrete Tagessatz hängt von Seniorität und Skill-Profil ab und wird nach dem Discovery-Gespräch genannt.
Was ist der Unterschied zwischen AL und Plug-ins?
AL (Application Language) ist die Sprache für Business Central — die SMB-ERP-App in Dynamics 365. AL-Code läuft in Extensions im Business-Central-Server und ist Erbe der C/AL-Welt aus Navision. Plug-ins meinen meistens Dataverse-Plug-ins: server-seitige .NET-Komponenten in C#, die auf Pre-/Post-Events in den CE-Apps (Sales, Customer Service, Field Service, Project Operations) reagieren. Beide sind Pro-Code, beide werden mit Source-Control und ALM-Pipeline ausgeliefert — aber sie laufen auf zwei unterschiedlichen Laufzeit-Umgebungen.
Worin unterscheidet sich Custom-Code in Customer Engagement von Custom-Code in Finance & Operations?
Customer Engagement (Sales, Customer Service, Field Service, Project Operations) läuft auf Dataverse und wird über Plug-ins (.NET), JavaScript-Client-API, Power Fx, PCF Controls und Custom APIs erweitert. Finance & Operations nutzt X++, Extensions und das Visual Studio Application Object Tree — eine Welt, in der Sie eher die SCM- und Finance-Module anpassen. arades bedient den CE-Stack und Business Central selbst; für F&O-Custom-Code arbeiten wir mit spezialisierten F&O-Partnern aus unserem Netzwerk zusammen. Hintergrund im D365-ERP-Themen-Bereich.
Kann alter On-Prem-CRM-Custom-Code in die Cloud migriert werden?
Manches ja, manches nicht. Plug-ins, die supportet geschrieben wurden (kein direkter SQL-Zugriff, keine Impersonation außerhalb der Plug-in-Pipeline), lassen sich oft mit überschaubarem Aufwand auf Dataverse migrieren. JavaScript für Web-Forms und Web Resources ist auf der Unified Interface umzubauen. Klassische SSRS-Reports werden meist durch Power BI ersetzt. Wir prüfen den Custom-Code-Bestand in einem Discovery-Spike und liefern einen Migrations-Plan mit Re-Build-Quote, Lift-and-Shift-Quote und bewusst-nicht-migrieren-Quote.
Ist Power Fx production-ready für Custom-Apps in einem Mittelstands-Unternehmen?
Für Canvas-Apps und Power-Automate-Flows: ja, mit klaren Leitplanken. Wir setzen Power Fx in produktiven Mittelstands-Apps ein, achten aber auf vier Punkte — saubere Datenquellen-Architektur (vorzugsweise Dataverse), explizite Performance-Tests bei Listen über 2.000 Datensätzen, ALM-Pipeline mit Dev-Test-Prod-Solutions, und klare Trennung zwischen Citizen-Development und Pro-Code-Komponenten. Wo Power Fx an Performance- oder Komplexitäts-Grenzen stößt, bauen wir Custom APIs in Azure Functions als Backend.
Was unterscheidet Customization von Konfiguration in Dynamics 365?
Konfiguration meint das, was Sie im Maker-Portal ohne Code erreichen: Forms anpassen, Views definieren, Business Rules anlegen, einfache Workflows bauen, Security Roles vergeben. Customization meint Code: Plug-ins, JavaScript-Client-API, PCF Controls, Custom APIs, AL-Extensions. Faustregel — wenn Ihre Anforderung zu 80 Prozent oder mehr im Standard abbildbar ist, bleibt es bei Konfiguration. Sobald mehr als 20 Prozent als „aber bei uns ist das anders" durchscheint, kommen Pro-Code-Komponenten ins Spiel.
Brauche ich überhaupt einen externen Dynamics-365-Entwickler oder reicht Microsoft-Standard?
Wenn Ihr Prozess Standard ist, reicht Standard. Microsoft Dynamics 365 deckt sehr viel ab, und vieles, was vor zehn Jahren noch Custom-Code war, ist heute Konfiguration oder Power Fx. Externe Entwicklung lohnt, wenn Ihr Prozess Wettbewerbsvorteil ist (Branchen-Logik, eigene Berechnungsmodelle, integrierte Drittsysteme) oder wenn Sie mit alten Custom-Anteilen in der Cloud landen müssen. Im Discovery-Spike trennen wir, was Konfiguration wird und was wir tatsächlich coden.
Welche Tools nutzen Sie für ALM und Source-Control in Dynamics 365?
Azure DevOps Repos oder GitHub für Source-Control, Power Platform Build Tools für Solution-Deployment, Azure Pipelines für CI/CD. Dev-Test-Prod-Umgebungen mit Managed Solutions in Test und Prod, Unmanaged in Dev. Für Business Central nutzen wir die offiziellen AL-Templates und das Microsoft-AL-Language-Extension-Toolchain. PCF Controls werden über npm-Build mit pac-cli verpackt. ALM ist bei uns kein Add-on, sondern Liefer-Grundlage.
Kann ein einzelner Entwickler alle Programmiermodelle abdecken?
Selten. Plug-in-Entwicklung in C# erfordert .NET-Tiefe und Dataverse-API-Verständnis. JavaScript-Client-API erfordert Front-end-Erfahrung im Unified-Interface-Lifecycle. AL für Business Central ist eine eigene Welt mit eigenen Patterns. PCF Controls sind TypeScript mit React-Anteilen. Power Fx ist deklarativ. Wir arbeiten in kleinen, gemischten Teams (typisch 2-4 Personen), die sich die Modelle teilen — die Vorstellung des „Vollstack-Dynamics-Entwicklers, der alles kann", ist Marketing-Märchen.
Wann ist Custom-Code in Dynamics 365 ein Anti-Pattern?
Wenn das, was Sie coden, ein Microsoft-Standard wäre, der Ihnen nur unbekannt ist. Wenn der Code synchrone Datenbank-Operationen in einem Plug-in macht, das auf eine externe API wartet. Wenn JavaScript Formular-Logik trägt, die auch eine Business Rule abbilden könnte. Wenn GUIDs hart codiert werden, statt sie über FetchXML zu beziehen. Wenn niemand außer dem Original-Entwickler den Code versteht. Vor jeder Customization steht bei uns die Frage: Geht das auch ohne?